Erfolgsgeschichte vom Steinkauz–Projekt 2017

Das Steinkauz–Projekt des NABU Fulda und Künzell e.V.

Im Frühjahr 2017 hörte Walter Schreck einen Steinkauz rufen. Daraufhin sind er und Peter Hess in diese Region gefahren, wo der rufende Steinkauz vermutet wurde und hängten dort zwei Steinkauzröhren auf. Einige Wochen später waren die Röhren schon angenommen. Seit etwa 40 Jahren gibt es wieder eine Brut vom Steinkauz in der Gemeinde Künzell. Auf den Fotos erkennt man den Bruterfolg des Jahres 2017.

Was lief in Sachen STEINKAUZ im Jahr 2019?


2019 haben:

- 17 Bruten mit 56 Jungtieren die Brutzeit überlebt. Drei Bruten (Anzahl der Jungtiere ist nicht bekannt) waren Ersatzbruten, weil der Marder die Erstgelege räuberte. In der Gemeinde Hofbieber werden noch zwei Reviere von Steinkäuzen gehalten, in der Gemeinde Künzell nur noch ein Brutrevier. Vermutlis sind in jedem Revier ein Brutpartner ausgefallen. Erfolgreiche Bruten waren in Hünfeld, Nüsttal, Hofbieber, Fulda, Petersberg, Dipperz und Großenlüder zu verzeichnen.

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2018 haben:

- 12 Brutpaare 27 Jungvögel hervorgebracht, die sehr wahrscheinlich alle ausgeflogen sind.

- Wegen Mangel an Nahrung, vorallem Mäuse, waren die Gelege nur klein.

- 3 Bruten wurden von Marder und Wiesel geräubert.

- In und um Künzell / Keulos wurden zu den 2 vorhandenen Steinkauzröhren noch 8 in geeigneten Revieren eingesetzt.

- zwischen Wissels und Wisselsrod wurden 5 neue Steinkauzröhren angebracht

- Am Ortsrand von Wisselsrod dazu noch 5 Röhren

- In Fulda wurde eine Röhre ersetzt und eine weitere bei Harmerz bereitgestellt.

- In Niederbieber, Mackenzell, Stöckels und Zell wurden zusammen 5 Röhren repariert.

- Dank der gespendeten 15 Steinkauzröhren von der Vogelwarte Frankfurt, war es noch in diesem Jahr möglich, das Steinkauzröhrenkontingent im Fuldaer Land zu erweitern.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle beteiligten NABU Mitglieder, die einer bedrohten Art, wie dem Steinkauz, helfen, neue Lebens- und Nahrungsräume zu finden.

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Erfolgreiche Steinkauz Bruten aus dem Jahr 2017

Gem. Künzell………   ….1 Paar,        3 Jungvögel

Gem. Petersberg….........4 Paare,   12 Jungvögel

Fulda………………  …...1 Paar,        3 Jungvögel

Gem. Hofbieber……. .....5 Paare    14 Jungvögel

Hünfeld……………  …...2 Paare      6 Jungvögel


Wie sieht ein Steinkauz Revier aus

Mitglieder des NABU Fulda und Künzell e.V. haben sich seit einigen Jahren um die Wiederansiedelung vom Steinkauz (Athene noctua)  im Fuldaer Land bemüht. Die ehrenamtlichen Artenschützer suchten die einzelnen Gemeinden nach geeigneten Lebensräumen ab und hängten dort überwiegend selbst gefertigte Steinkauz Röhren.

Lebensraum

Der Steinkauz mag die offene Landschaft mit Einzelbäumen oder Baumgruppen wie z.B. Streuobstwiesen. Er meidet dicht stehende Bäume wie Wald oder lang gezogene Feldhecken. Dort wird er leicht die Beute von Sperber, Habicht, Waldkauz, Wiesel und Marder. In der offenen Landschaft, vorzugsweise Grünland, hat der oft rufende und auf sich aufmerksam machende Steinkauz Übersicht und fühlt sich sicher. Der Rufkontakt zu anderen Steinkäuzen in den Nachbarrevieren kann bis zu ca. 5 km Entfernung betragen. Besonders zur Brutzeit, bzw. Jungenaufzucht sind regelmäßig gemähte Wiesen wichtig. Im hohen Gras finden die Käuze nur unzureichend Nahrung.

Nahrung

Mäuse, große Insekten wie z.B. Käfer, Regenwürmer und Kleinvögel.

Bruthöhlen

In natürlichen Baumhöhlen, wie z.B. ausgefaulte Obstbäume oder Kopfweiden nehmen die Steinkäuze den Mulchhumus im inneren der Bäume als Nestunterlage. Nistmaterial wird nicht eingetragen, nur ausgespiene Gewölle werden in der Nistmulde mit eingearbeitet. Weil es so gut wie keine natürlichen Höhlenbäume in den ausgesuchten Steinkauzrevieren gibt, sind die Käuze auf die Steinkauzröhren angewiesen. Pro Revier empfehlen wir 2 – 3 Röhren. Als Nestunterlage, bzw. Nestmulde werden mehrere Handvoll grobes Sägemehl eingebracht.

Marderschutz

Bei der Diskussion um den Marderschutz gehen die Meinungen der Artenschützer auseinander. Schaden kann er nicht. Es ist bewiesen, das die schlankeren weiblichen Steinmarder sich trotz Marderschutz in die Röhre zwängen können. Der bessere Schutz ist folgender:

Steinkauzröhren niemals in Feldgehölze hängen. Einzelne Bäume oder Baumgruppen im Grünland ohne Hecken bieten gegen Marder guten Schutz (aus eigener Erfahrung gibt es aber auch einige wenige Ausnahmen). Wegen ihrer Feinde Uhu und Fuchs, bleiben die Marder meist im Schutz von Hecken und Gesträuch und meiden die offene Landschaft. Marder gehen Linien entlang, z.B. im Schutz von Häuserwänden, Hecken und Wassergräben mit Krautschicht etc.

Text: Peter Hess