Erfolgsgeschichte vom Steinkauz–Projekt 2017

Das Steinkauz–Projekt der NABU Gruppe Fulda und Künzell e.V.

Im Frühjahr 2017 hörte Walter Schreck einen Steinkauz rufen. Daraufhin sind er und Peter Hess in diese Region gefahren, wo der rufende Steinkauz vermutet wurde und hängten dort zwei Steinkauzröhren auf. Einige Wochen später waren die Röhren schon angenommen. Seit etwa 40 Jahren gibt es wieder eine Brut vom Steinkauz in der Gemeinde Künzell. Auf den Fotos erkennt man den Bruterfolg des Jahres 2017.

Tabelle: Erfolgreiche Steinkauz Bruten aus dem Jahr 2017

Gem. Künzell………   ….1 Paar,        3 Jungvögel

Gem. Petersberg….........4 Paare,   12 Jungvögel

Fulda………………  …...1 Paar,        3 Jungvögel

Gem. Hofbieber……. .....5 Paare    14 Jungvögel

Hünfeld……………  …...2 Paare      6 Jungvögel

 

Seit einigen Jahren kümmern sich Mitglieder unserer NABU Gruppe um die Wiederansiedlung des selten gewordenen Steinkauzes (Athene noctua), der in unserer Region, den von ihm bevorzugten Lebensraum mit guter Nahrungsgrundlage, nicht mehr in ausreichendem Umfang vorfindet.

 

Steinkäuze brauchen Streuobstwiesen, Hochstammobstbäume mit geeigneten Bruthöhlen, sowie Feldgehölzen, Sträucher und Kopfweiden. Die kleine Eulenart fangen vorwiegend Mäuse und am Boden laufend Würmer und Käfer und sind daher auf ganzjährig extensiv beweidetes Grünland angewiesen. Sie brauchen auch Hecken am Feldrand wo sie ihre Nahrung, die Insekten und Kleinsäuger ebenfalls finden.

Da in der freien Landschaft natürliche Bruthöhlen fehlen, werden für jedes anzusiedelnde und freilebende Brutpaar mindestens zwei Brutröhren und weitere 2-3 Röhren als Unterschlupf und Schutz in Bäumen und an Gebäuden angebracht. Der größte Teil der Niströhren wurde von Peter Hess installiert, was auch zum Erfolg der Wiederbesiedlung des Steinkauzes im Landkreis Fulda führte.

Die Industrialisierung der Landwirtschaft mit großen Flächen und der Einsatz von Pflanzenschutz und Insektenvernichtern haben den Tieren die Lebensgrundlage entzogen.

Auch die Lichtverschmutzung sollten wir nicht außer Acht lassen, denn sie trägt auch im großen Maße zum Insektensterben bei und entzieht dem Steinkauz einen Teil seiner Nahrung. Der aktive Lebensraum der Käuze ist nun mal die Dämmerung und die Nacht der sie optimal angepasst sind.

Abgesehen der von uns Menschen verursachten Existenzbedrohungen dieser Kleineule, ist die hohe Sterberate bei den Jungtieren von etwa 75 Prozent durch die natürlichen Feinde bedingt, sagte Peter Hess, denn im Grunde seien alle Greifvögel Feinde des kleinen Kauzes. Weiter stellte er fest, dass auch der Marder und der Waschbär sich gern die Eier und Jungvögel aus der Niströhre angeln. Würden sie in einer Baumhöhle brüten, dann wären sie dieser Gefahr durch den Marder ebenfalls ausgesetzt. So ist die Natur, meinte Hess abschließend.

Die Ausbreitung des Steinkauzes wird intensiv durch die Projektmitglieder gefördert und eine Vermischung mit benachbarten Revieren ist beabsichtigt, um eine Inzucht unter den Steinkäuzen zu vermeiden.

Im Februar beginnt die Brutsaison, dann sind die hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiven Tiere durch ihr Paarungsverhalten deutlich lauter vernehmbar.

Wer Interesse für Steinkäuze hat und beim NABU Projekt mitwirken möchte, kann sich an folgende Adressen wenden:

Peter Hess p-hess@tonline.de

Rudolf Ziegler ziegler.r@unitybox.de

Walter Schreck Tel.: 0661 35486

Hans Ulrich Sprenger Tel.: 0661 33325

 

 

Was lief in Sachen STEINKAUZ im Jahr 2018?

 

 

2018 haben:

- 12 Brutpaare 27 Jungvögel hervorgebracht, die sehr wahrscheinlich alle ausgeflogen sind.

- Wegen Mangel an Nahrung, vorallem Mäuse, waren die Gelege nur klein.

- 3 Bruten wurden von Marder und Wiesel geräubert.

- In und um Künzell / Keulos wurden zu den 2 vorhandenen Steinkauzröhren noch 8 in geeigneten Revieren eingesetzt.

- zwischen Wissels und Wisselsrod wurden 5 neue Steinkauzröhren angebracht

- Am Ortsrand von Wisselsrod dazu noch 5 Röhren

- In Fulda wurde eine Röhre ersetzt und eine weitere bei Harmerz bereitgestellt.

- In Niederbieber, Mackenzell, Stöckels und Zell wurden zusammen 5 Röhren repariert.

- Dank der gespendeten 15 Steinkauzröhren von der Vogelwarte Frankfurt, war es noch in diesem Jahr möglich, das Steinkauzröhrenkontingent im Fuldaer Land zu erweitern.

 

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle beteiligten NABU Mitglieder, die einer bedrohten Art, wie dem Steinkauz, helfen, neue Lebens- und Nahrungsräume zu finden.

 


Hans - Ulrich Sprenger
1. Vorsitzender
NABU Fulda und Künzell e.V.