Landesgartenschau Fulda 2023

Fuldas Aueweiher - Oase oder Rummelplatz?

Fotomontage: Annelie Röhm, Pinterest - Kunst und Natur schließen sich nicht aus
Fotomontage: Annelie Röhm, Pinterest - Kunst und Natur schließen sich nicht aus

Freizeiterlebnisarten entwickeln sich zu Massenaktivitäten, wofür ständig neue Gebiete erschlossen und Infrastrukturen erstellt werden. Leider sehen viele Menschen die Natur als ökonomisch unbegrenzt nutzbare Ressource an, so dass immer mehr empfindliche Lebensräume, die gleichzeitig letzte Rückzugsräume für bedrohte Arten sind, wie die Inseln und Auewaldreste beider Weiher, für Freizeitnutzung zerstört werden.

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Landesgartenschau Fulda 2023 - Bereich Aueweiher
Stellungnahme des NABU Fulda und Künzell e.V. zu den bisher veröffentlichten Plänen der Stadt
Diese Stellungnahme wurde weitergeleitet an: LGS-gGmbH, an die UNB und an das für die Gewässersanierung zuständige Tiefbauamt Fulda.
Stand: 21.10.2019
StellungnahmeAueweiher 2023 21.10.19.pdf
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NABU-Aktion Artenschutz Aueweiher
NABU – Aktion Artenschutz Aueweiher Kein Beach & Fun & Wassersport am Aueweiher - Keine Zusammenlegung der Aueweiher - Keine Zerstörung des nach §30 BNatSchG geschützten Auwaldes mit seinen Höhlenbrutbäumen! Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt am Aueweiher!
NABU-Aktion Artenschutz Aueweiher.pdf
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Die Aueweiher sind besonders empfindlich

Nährstoffe wie Phosphate und Nitrate können stehende Gewässer derart belasten, dass sie "umkippen": Algenteppiche und der übermäßige Sauerstoffverbrauch zum Ab- und Umbau der Nährstoffe durch Algen und Bakterien lässt Tiere und Pflanzen ersticken. Der Zustand der Aueweiher hat sich in den letzten Jahrzehnten aber nicht nur durch übermäßig eingetragene Nährstoffe stark verschlechtert,  auch die Fütterung der Wasservögel mit Brot,  Anfüttern der Fische, der Kot der Wasservögel und der Fische Die geplante Freizeitnutzung durch die LGS werden die Weiher noch zusätzlich belasten.


Foto: NABU Annelie Röhm, Algenblüte im nördliche Aueweiher


Am 23. Februar wurden bei der Beseitigung mehrerer Bäume auf den Inseln der bekannte Eisvogel - Brutplatz und dessen nähere Umgebung zerstört. Ziel der Aktion war offensichtlich auch die Beseitigung von ins Wasser ragenden und dort liegenden Bäumen, die seit vielen Jahren von fischfressenden Vogelarten wie Eisvögeln, Grau- und Silberreihern, Kormoranen sowie von Teichrallen und Flussuferläufern als Sitzwarten und zur Nahrungsaufnahme genutzt wurden. Aus dem Wasser ragende Wurzeln und Äste sowie umfallende Erlen sind natürlicher Bestandteil eines Bruchwaldes der Weichholzaue, dessen konsequente Erhaltung als seltener und artenreicher Lebensraum zu den Zielen unserer nationalen Biodiversitätsstrategie zählt.

Der enge zeitliche Zusammenhang von nur vier Tagen zwischen einem Schutzantrag auf Ausweisung des Auwalds als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ nach § 27 HENatG und diesem Eingriff wirft Fragen auf. Die Vogelschutzwarte und der Nabu Fulda und Künzell befürchten, dass die im Rahmen der geplanten Landesgartenschau geplante kommerzielle Nutzung der Wasserflächen mit Tretbooten und einem Badebetrieb samt Strandpromenade jegliche Natur- und Artenschutzbemühungen der vergangenen 50 Jahre vernichten und angesichts der dadurch

Foto: NABU Annett Erb, ehemaliger Eisvogelbrutplatz


Der Biber als Landschaftsgestalter:
E
r fällt Bäume, baut Burgen und Dämme und staut Bäche auf. Dadurch kreiert er nicht nur für sich, sondern auch für vielen Pflanzen und Tieren einen passenden Lebensraum. Von der Lebensraumvielfalt profitieren etwa Amphibien, Entenarten, Libellen, höhlenbrütende Vogelarten, Schwarzstörche und Fische.

Von den regen Bautätigkeiten des tierischen Landschaftsarchitekten sind aber nicht alle begeistert: Wenn der Biber Bäume fällt, fallen diese auch auf bewirtschaftete Flächen. Bei Ackerbau bis zur Gewässerkante kann es zu Fraßschäden, etwa in Maisfeldern kommen.

Durch seinen Dammbau setzt der Biber Flächen unter Wasser oder sorgt für eine Versumpfung. In Hessen werden die Konflikte wegen Biber-Schäden noch als gering eingeschätzt.

Foto: NABU Annett Erb, Fraßspuren des Bibers


Auen und Auwälder dienen dem natürlichen Hochwasserschutz, indem sie extreme Wasserstände regulieren. Tritt ein Gewässer wegen starker Niederschläge oder Schneeschmelze über die Ufer, nimmt eine Auenlandschaft das überschüssige Nass auf und die Auwälder bremsen die Geschwindigkeit des abfließenden Wassers. Zudem helfen sie, das Grundwasser rein zu halten.

Das Fulda Hochwasser im Mai 2019 zeigte mal wieder, wie die sonst so friedliche Fulda sich auch ausbreiten kann. In diesem Jahr waren sogar beide Weiher von den Wassermassen überschwemmt worden. Im Jahr 2023 sollen die beiden Aueweiher als eine Attraktion für die Landesgartenschau, nach kommerziellen Gesichtspunkten, gestaltet werden.

Foto: NABU Annett Erb, Mai - Hochwasser 2019


Foto: Benedikt Kirsch  Aueweiher
Foto: Benedikt Kirsch Aueweiher

Mit dem nachfolgenden Link kommt ihr auf die Seite ARTENVIELFALT AUEWEIHER, die von drei Fuldaer Hobbyfotografen geführt wird. Ihre Vorliebe für das Paradies Aueweiher hat wahrscheinlich mit ihrer Liebe zur Naturfotografie mit Schwerpunkt Ornithologie zu tun. Denn eine Landschaft, wie die Auen, sind vom ständigen Wechsel stärker betroffen, als andere Landschaftsformen. Somit bieten Auen für die Leidenschaft der Landschaft- und Tier-Fotografie immer wieder neue Motive in kürzerer Zeit.
Bilder und Texte sind sehr interessant und sie zeigen euch zum einen, welch eine Artenvielfalt es in den Fuldaauen und an den Aueweihern gibt, und zum anderen, dass man mit einfachen Mitteln, etwas für den Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt tun kann.

 

https://artenvielfalt-aueweiher.jimdofree.com/der-aueweiher/